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Neue Medien und Internet als Perspektiven komplexer Texteditionen
 
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Horizonte digitalen Edierens
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Methoden

Die Methodendiskussion in der Editionswissenschaft hat in der Verfolgung des Ziels, Überlieferungsverhältnisse objektiv auszuwerten und darzustellen, unterschiedliche Editionsmodelle geschaffen. Je nach Modell und konkreten Überlieferungsverhältnissen sind die Möglichkeiten der Nutzung technischer Hilfsmittel verschieden. Bei Editionen, in denen nur eine Handschrift zugrunde gelegt wird, können etwa Transkription, Normalisierung und Auskommentierung zu einem (manuell geprägten) Arbeitsschritt zusammengefasst werden. Hier fände für die Erfassung ein entsprechender Editor Verwendung und ansonsten würden die Erstellung von Index und Satz automatisiert werden können. Komplexere Editionen beanspruchen darüber hinaus Routinen etwa für die Kollation mehrerer Vorlagen oder die Apparaterstellung.

Textprocessing

Dem automatisierten Analysieren und Bearbeiten von Texten (Textprozessierung) dienen verschiedenste digitale Hilfsmittel. Dies fängt bei rein lexikalischen Applikationen an, beispielsweise für das Auffinden mittelalterlicher Abkürzungen (Abbreviationes). Zentral sind jedoch vor allem das Vergleichen von Texten bzw. Transkriptionen (Collate), die Erstellung von Konkordanzen, Indizes und Literaturverzeichnissen (Oxford WordSmith Tools, Conc) und Routinen für den druckfertigen Satz (TeX, Classical Text Editor, Critical Edition Typesetter, Nota Bene). Wobei auch Applikationen existieren, die alle diese Funktionen in sich vereinen (Tustep). Die Tatsache, dass die fortgeschrittensten Tools vor allem auf den Satz bzw. Druck abzielen, macht deutlich, dass eine softwaremäßige Engführung auf diese Bereiche vorliegt.

Digital Publizieren

Demgegenüber gibt es nur wenige spezifische Applikationen die Editionsdaten für die Veröffentlichung in digitalen Medien bzw. für die Bildschirmdarstellung aufbereiten (Anastasia). Hier ist eher allgemein auf etablierte (PHP & MySQL) und auch avancierte (eXist, XSLT, XQuery) Webtechniken zu verweisen, wobei noch keinesfalls von editorischen Standard-Umgebungen gesprochen werden kann. Einige Projekte zielen darauf ab, verschiedene Editionen unter einheitlichen technischen Grundlagen, der Verwendung von Open-Source-Software und der Einhaltung bzw. Entwicklung internationaler Standards zusammenzufassen (TELOTA-Initiative 'Projekt des Monats').

Letzte Aktualisierung ( 23.02.2010 )