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Neue Medien und Internet als Perspektiven komplexer Texteditionen
 
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Technik und Formalisierung
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Software

Die Fortschritte in der Softwareentwicklung lassen sich als Verschiebung lesen, von proprietären Lösungen hin zu Systemen die auf applikationsunabhängige Dokumentenstandards setzen. Damit steht die fortschreitende Ausdifferenzierung von Datenspeicher, Prozessebene und Abbildung in enger Beziehung. Die Durchsetzung solcher Gegebenheiten rührt auch aus dem Bedürfnis, Arbeitsabläufe kollaborativ, projektbezogen und in sich geschlossen gestalten zu können.

Hardware

Ebenso wie bei der Software lassen sich auch im Bereich der Hardwareentwicklung Ausdifferenzierungstendenzen beobachten. In einem verteilten System aus Dedizierten Servern und Terminals sichert etwa ein Fileserver konkrete Inhalte, ein Domain Controller verwaltet Zugriffsrechte und weist Pfade zu, auf die über einen Terminal (Thin-Client), dem von einem Terminalserver ein Betriebssystem und Applikationen bereit gestellt werden, zugegriffen werden kann. Das heißt, sehr unterschiedlich geartete Systeme bilden eine Struktur aus Speicher (Fileservice), Prozessierung (Domain-Controller, Terminal-Server) und Abbildung (Client). Dadurch sollen eine klarere Ressourcenvergabe, höhere Effizienz, System- und Datensicherheit gewährleistet werden.

Softwareentwicklung als arbeitsteiliger Prozess

Die verteilte Organisation von Arbeit ist im Rahmen der Herstellung von Software seit langem etabliert, wofür etwa auch die Verwendung eigens entwickelter Applikationen (Concurrent Version System) spricht. Zudem scheint sie sich dafür in besonderem Maße anzubieten: Computerprogramme bzw. deren Quelltexte sind, da sie auf der eindeutigen Syntax einer Programmiersprache aufbauen, an sich formalisiert, sodass Programmierer nicht erst gezwungen sind, Standards zu diskutieren. Ebenso lassen sich aufgrund des modularen Aufbaus von Software Arbeitsabläufe vergleichsweise einfach arbeitsteilig gestalten, wobei umgekehrt, das Testen wieder geschlossen realisiert werden muss.

Edition und Textprozessierung

Um im Bereich der Edition über Institutsgrenzen hinweg kollaborativ arbeiten zu können, müssen auch hier Standards durchgesetzt werden. Dabei sind einerseits diejenigen Daten anzusprechen, die unmittelbar manuell erfasst werden und die etwa bei der Transkription von Handschriften entstehen. Andererseits müssen die in Folge der Verarbeitung dieser Rohdaten entstehenden Editionsdaten formalisiert werden. Technisch kann dies etwa durch einen Dokumentenstandard wie TEI (Text Encoding Initiative) geleistet werden. Darüber hinaus sind jedoch auch etablierte Transkriptions- bzw. Editionsrichtlinien zu hinterfragen und es ist zu klären, in welchem Umfang transkribiert wird, was als Interpretation, was beispielsweise als Auflösung oder schlichte Übertragung zu gelten hat.

Letzte Aktualisierung ( 23.02.2010 )